Freizeitausgaben eines 4-Personen Arbeitnehmerhaushaltes mit mittlerem Einkommen:
- Urlaubausgaben pro Jahr
- 1965 - 140 €
- 1975 - 500 €
- 1985 - 780 €
- 1995 - 1180 €
- Freizeitausgaben (ohne Urlaub) pro Jahr
- 1965 - 450 €
- 1975 - 1700 €
- 1985 - 2010 €
- 1995 - 2400 €
Quelle B.A.T. Freizeit Forschungsinstitut
Zum viertgrößten Wirtschaftsfaktor der Welt hat sich die “weiße Industrie” von Freizeit und Tourismus entwickelt - wertmäßig nur übertroffen von der Energiegewinnung, elektronischen Medien und Kraftfahrzeugproduktion. Ein auf Konsum, Mobiliät und Lebensgenuß ausgerichtetes Freizeitverständnis hat eine wichtige Wachstumsbranche entstehen lasssen. Der Anteil des Freizeitmarktes am BIP wird auf 15 % geschätzt. In der gesamten westlichen Welt erweist sich der Freizeitmarkt als eine widerstandfähige Wachstumsindustrie.
In Deutschland haben sie die Freizeitausgaben (einschließlich Urlaub) zwischen 1965 und 1995 fast verachtfacht. Jeder achte Euro wird heute für Freizeitgüter ausgegeben. Innerhalb des Freizeitbudgets stellen die Bundesbürger traditionell die meisten Geldreserven für den Urlaub bereit.
Weltweit über 100 Millionen Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt von der Tourismusindustrie ab, in Deutschland etwas 2,5 Millionen. weitere 3,5 Millionen Beschäftigte leben von den einzelnen Freizeitindustrien.
Seit 1965 ist die Nachfrage nach freizeitbezogenen Dienstleistungen und Gütern überproportional gestiegen. Die Freizeit entwickelt sich immer mehr zum Garant sicherer Arbeitsplätze. Sie wird nach dem Bericht an den CLUB OF ROM (1982) - von Automation und Mikroelektronik kaum erefaßt - nicht nur überleben, sondern expandieren.
Schon heute sind mehr Erwerbtätige im Freizeitbereich beschäftigt als in der gesamten Automobilindustrie. Vor allem in den Bereichen Freizeitökonomie, Freizeitgestaltung und Freizeitberatung entwickeln sich neue Arbeitsfelder für Freizeitberufe.
Dreimal soviel “Zeit für sich selbst”, wie sie tatsächlich habe, wünschen sich die Bundesbürger. Das Zur-Ruhe-kommen-Wollen ist derzeit der größe Defizitposten in der Freizeit. Sie wollen faulenzen, sich in Ruhe pflegen oder ihren Gedanken nachgeben. Sie wollen ganz einfache Muße, aber begeben sich in die Betriebsamkeit. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Viele machen aus der freien Zeit wieder Arbeitszeit, Pflichzeit, Zeit für Programme, Aktionen und Aktionismus. Aus der Freizeit wird schnell Geschäftsfähigkeit. Sie haben Schwierigkeiten, ökonomisch mit der eigenen Zeit umzugehen, sich selber Grenzen zu setzen und auch mal nichts zu tun. Und je mehr freie Zeit sie haben, umso vielfältiger werden ihre persönlichen Freizeitwünsche. Dadurch entsteht bei ihnen das subjektive Gefühl, nicht zu dem zu kommen, was sie schon immer tun wollten. Sie nehmen sich - vor allem an Wochenden - mehr vor, als sie wirklich schaffen können. Die Folgen sind Zeitnot und Erlebnisstreß.
