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Grundsätzliche Erkenntnisse

Die bis in unsere Tage lediglich als „konsumgut“ bewertete Urlaubsreise nahm inzwischen längst auch Investitionscharakter an. Der Urlauber investiert Ferienreisen in seine Gesundheit, seine künftige Leistungskraft, sicherlich auch in sein Ansehen, seinen Wissensdrang. Eine Summe solcher Motive bestimmt den nationalen und internationalen Gästeverkehr von heute und morgen. DIESE Motivation wandelt sich im Laufe der Zeit vom hauptsächlichen Wunsch nach körperlicher Erholung mehr und mehr zum Bedürfnis nach geistiger Entspannung. Dies entspricht auch den Veränderungen unserer Arbeitswelt.

Der Schweizer Krippendorf erwartet für die Zukunft einen emanzipierten und mündigen Touristen, bei dem das Bedürfnis nach rein körperlicher Erholung (Essen, Trinken usw.) zugunsten des Bedürfnisses nach Erholung des Gefühlswelt durch Aktivitäten und Erlebnisse abnimmt. Das Erholungsbedürfnis wird somit verfeinert und kultiviert. Der erfahrene Tourist der Zukunft wird vermehrt das Bodenständige und Natürliche suchen: Bildungsreisen werden zunehmen, uns die Gäste setzten sich stärker mit der Lebensart und der gesellschaftspolitischen Situation  des Zielgebietes auseinander. Außerdem zeichnen sich ganz spezielle Entwicklungen ab, die wir bei der Erstellung der Angebote sorgfältig berücksichtigen müssen:

Der Zweiturlaub (begünstigt durch die zunehmende Zahl gesetzlich fixierter Urlaubstage; so in Europa Zug zum Vierwochen-Mindesturlaub) spielt eine immer größere Rolle.

Der Probe- (Kurz) Urlaub, um den eigentlichen Ferienaufenthalt an Ort und Stelle zu erkunden und vorzubereiten.

Der zunehmende Ausflugstourismus.

Viele Unternehmen veranstalten Klausurtagungen außerhalb des Betriebsstandortes, um ungestört Problemlösungen zu finden, schulungs- und Trainingsprogramme zu erfüllen, Produktionen vorzustellenDer immer kompliziertere wirtschaftliche Ablauf erfordert – abgesehen von Besuchstouren der reisenden (Vertreter) – vermehrte fachliche und zwischenmenschliche Kontakte in Form von Tagungen, Kongressen usw.

Sogenannte Belohnungsreisen (Incentivreisen) zur Animation setzten sich zunehmend durch: Etwas um erfolgreiche eigene aber auch erfolgreiche Mitarbeiter der Abnehmer (z.B. Handelsbetriebe) auszuzeichnen.

Was kann man tun? Es geht vielfach darum, zu prüfen, wieweit das eigene Angebot geeignet ist, an Märkte mit wachsendem Potential angepasst zu werden.
Zum Beispiel wachsen Märkte der „Singles“ oder der „älteren Menschen“, in den USA oder Japan längst wesentlich charmanter als „Silbermarkt“ bezeichnet, zu allen anderen Bereichen überproportional.

Wachsende Mobilität, besserer Gesundheitszustand und früheres Rentenalter sind – neben einem wachsenden Selbstbewusstsein der Senioren – die Hauptgründe für die rapide Zunahme. Bei den Singles können sicherlich ständig wachsende Scheidungsraten oder andere Veränderungen im Bereich ehe und Familie neben höherem einkommen und größerer Mobilität für Steigerungen verantwortlich sein.

Hier geht es darum, zu prüfen, ob von der Unterkunftsform bis zur sozialen Komponente und menschlicher Zuwendung – oft gilt es, die Isolation oder Einsamkeit bzw. die mangelnde Fähigkeit, von sich aus Kontakte zu knüpfen, zu überwinden – alles stimmt.

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