Vor jedem Start eines Flugzeuges muss der Pilot routinemäßig mit einer Checkliste die Flugsicherheit mit allen technischen Details überprüfen. Es geht ja nicht zuletzt um die Sicherheit der Fluggäste. Speziell für jeden Maschinentyp zugeschnittene Check- und Prüflisten überlassen hier nichts dem Zufall. Tausendfach geübte Routine wird vor jedem Flug stets von neuem systematisch geprüft und abgesichert.
Wie vorbereitet und sicher starten eigentlich Hoteliers und Gastronomen täglich ins Dienstleistungsgeschäft? Wird der Gast gesicherte, gleichbleibende Qualität erhalten? Ist die Servicebereitschaft mit Sauberkeit, Präsentation und Auswahl, Mitarbeiter, Beleuchtung, Technik und Atmosphäre garantiert? Reinigt und wartet das Zimmermädchen unser teures Produkt, das Gästezimmer, hundertprozentig? Wird der neue Mitarbeiter am Empfang richtig eingeführt.
Der Fragenkatalog für Routinetätigkeiten im Gastgewerbe lässt sich beliebig fortsetzten. Es geht nicht allein um Kontrolle, sondern vielmehr um vorausschauende Qualitätssicherung in allen Leistungsbereichen der Hotellerie und Gastronomie. Nur bei fortschrittlichen Unternehmen hat sich bisher der Gebrauch von Checklisten in der Branche durchgesetzt. In vielen kleinern Betrieben hält man dieses Organisationshilfsmittel oft noch für zu aufwendig.
Lieber leistet sich der Hotelier oder Gastronom den Luxus der eigenständigen Totalkontrolle, gepaart mit eigener, permanenter Anwesenheit und Zuständigkeit. Kein Detail entgeht hier den wachsamen Augen des Gastwirtes und Hoteliers – eine lebende Checkliste für den gesamten Betrieb. Dieser persönliche Dauereinsatz kann befriedigen, spricht aber keineswegs immer für den Unternehmer, sondern fördert wohl eher die Selbstausbeutung. Das tägliche Volumen der Routinearbeiten im Gastgewerbe darf nicht ermüden und betriebsblind machen, es muss wieder Zeit für kreative, unternehmerische Tätigkeit gewonnen werden.
Checklisten für Hotel und Restaurant können persönliches Engagement nicht ersetzen, wohl aber unterstützen.
